
Der Mond, der sein Alter nicht verrät
Zum Internationalen Tag des Mondes, 20. Juli
Der Mond ist alt. Aber er hat sich, kurz nach seiner Entstehung, noch einmal von innen neu geordnet – und zeigt seither ein jüngeres Gesicht, als er eigentlich hat. Nur ein paar seltene Kristalle tief in seinem Gestein kennen die ältere Wahrheit noch.
Man könnte sagen: Der Mond hat sich neu aufgeschmolzen. Und fast alle fallen darauf herein.
Vielleicht kennst du das. Nach einem Bruch, einem Verlust, einem Neuanfang – man wirkt jünger, leichter, als man eigentlich ist. Nicht, weil man etwas verbirgt. Sondern weil das, was man durchgemacht hat, tatsächlich neu geordnet hat, wer man ist.
Die Oberfläche lügt nicht. Sie erzählt nur nicht alles.
Und irgendwo, tief innen, gibt es auch bei dir ein paar Zirkone. Kleine, unscheinbare Zeugen, die sich nicht neu aufschmelzen ließen. Die wissen, wie alt du wirklich bist – nicht in Jahren, sondern in dem, was du schon überstanden hast.


